Google gibt Gas. Der Suchmaschinenriese versucht mit aller Macht, selbst ein erfolgreiches Social Network zu launchen. Wenn der neue Echtzeit-Dienst kein Erfolg wird, dann verpasst das kalifornische Suchmaschinen-Unternehmen womöglich ganz den Anschluss an Facebook, Twitter und Co.
Gestern ist man bei Google zunächst jedoch zurückgerudert. Anstatt eines “Opt-Out-Verfahrens” bei der automatisierten Erstellung einer Follower-Liste, will man jetzt auf ein “Opt-In-Verfahren” umstellen, bei der der Benutzer selbst entscheidet, welche Kontakte er aus seinem Gmail-Adressbuch zu Followern machen möchte.
Produktmanager Bradley Horowitz hat sogar in Aussicht gestellt, Buzz zusätzlich eine eigene Plattform zu spendieren. Diese Aussage wurde allerdings von einer Pressesprecherin des Konzerns teilweise revidiert. Angeblich hat man bei Google auch erwogen, Buzz ganz aus Gmail herauszunehmen. Das scheint aber nach dem gegenwärtigen Stand eher unwahrscheinlich. Man würde freiwillig auf geschätzte 176 Millionen potentielle Benutzer verzichten. Genau so viele, so hat das Marktforschungsunternehmen Comscore errechnet, habe der Gmail-Dienst.
Für die Sendung “Computer und Kommunikation” des Deutschlandfunks habe ich dazu am heutigen Samstag einen kleinen Hintergrundbeitrag gemacht.
Für vier Minuten Wort bitte auf den Play-Button klicken.
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Für Google ist der Erfolg von Buzz überaus wichtig. Die Empörung nach den Datenpannen der vergangenen Tage ist zwar groß, doch wenn man in Mountain View nun schnell nachbessert, hat Buzz mittelfristig gute Chancen, zumindest Twitter Konkurrenz zu machen. Für alles weitere – für einen “Angriff” – auf Facebook fehlt Google schlichtweg das Know-How und die Erfahrung.
Mehr dazu in einem Gespräch für dieselbe Sendung des Deutschlandfunks, das wir heute Mittag aufgezeichnet haben. Das Gespräch dauert fünf öffentlich-rechtliche Minuten.
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Eine schöne Zusammenfassung im Hintergrundbeitrag. Bin zwar weder Apple- noch Google-Fan (oder auch Narr, zu Karnevalszeiten…), dennoch wundert es mich, dass Apple vergöttert und Präsentationen wie die Verkündung der 10 Gebote gepriesen werden, Google hingegen nicht solche Applaus-Wellen erntet. Apple ist nicht Google, Google nicht Apple, daran wird’s wohl liegen
Gespräch 2 sagt leider bei mir “File not found” – schade, denn ich hätte mich gerne überzeugen lassen, dass Google das Know-How fehle. Derzeit sehe ich das nicht so, mit den Kompetenzen von Google könnte auch eine Kriegserklärung an Facebook in einem Duell enden, bei dem der Gewinner noch nicht zu Beginn feststeht.
Sorry, mea culpa, irgendetwas mit dem Link zum Deutschlandfunk hat nicht geklappt. Jetzt müsstest Du auch das Gespräch hören können oder einfach auf http://www.dradio.de/aod/html/?station=1&broadcast=9543& gehen.
Vielen Dank, jetzt bin ich auch in den Genuss von Audio-Datei 2 gekommen.
Und direkt Anmerkungen:
a) Personalisierte Werbung
Das mag ein zweischneidiges Schwert sein: Werbetreibende erhoffen sich die Senkung von Streuverlusten, schließlich sehen User nur, was sie in der Theorie interessieren müsste. Dadurch bleibt dem User nervende Werbung – weil irrelevant – erspart. Denkste: Denn auch die personalisierte Werbung wird von Usern negativ aufgefassen ( http://www.w3b.org/nutzungsverhalten/nutzer-lehnen-personalisierte-werbung-ab.html ).
Abgesehen davon weiß Google viel über seine Nutzer: Was sie suchen, welche Seiten geklickt werden. Personalisierte Werbung auf Basis von Nutzer- (google Mail, YouTube, …) und Nutzungsprofilen (Suchbegriffe) seitens Google wäre möglich, so meine Meinung. Ich denke da gibt es aber gute Gründe dagegen, aus Google-Sicht; daher Suchbegriff relevante Werbung.
b) google Mail Integration
).
Hier stimme ich dir zu, das wirkt tatsächlich wie eine zwanghafte Nutzergewinnung für Buzz. Ich selber war überrascht, als ich den Buzz-Button in meinem gMail-Konto sah, und habe mich gefragt, was der da bitte soll – wenn ich Buzz nutzen wollte, dann würde ich auch auf eine eigene Buzz-Seite finden (dank der Google Suche
c) Nutzungszeit
Wer Zeit auf Facebook verbringt, könne nicht die Zeit auf Google-Seiten verbringen? Weshalb das nicht? Ich denke da spontan an Tabs in Browserfenstern, mehrere parallel geöffnete Seiten. Klar, ich nutze nur ein Angebot aktiv zur Zeit. Das kümmert die Aufenthaltszahlen aber nicht. Dass ein längerer Aufenthalt auf Facebook in irgendeiner Weise nur die Aufenthaltszeiten auf Google negativ beeinflussen würde, bezweifle ich daher.
Vielleicht habe ich es überhört oder nicht ganz aus dem Beitrag filtern können, aber inwiefern könne Google nicht Facebook „angreifen“?
Und wie bereits gesagt, ich bin kein Fan von Google, will hier also nichts verteidigen oder schön reden, lasse mich also gerne eines Besseren belehren